Anmerkung zu 40.Kap./2* (Menschliche Madonna) — Die angeblich “wilde Frau” von Anita Albus

Dieser Beitrag bezieht sich auf mein Magic of Nature Blog.

Am 8. August 2017 besuchte ich die Kieler Kunsthalle. Dort sah ich mir die sehr eindrucksvolle Sonderausstellung “Anita Albus: Die Kunst zu sehen” an. Ein Bild viel mir besonders auf: Eine Illustration zu ihrem Buch

Eia popeia et cetera, Eine Sammlung alter Wiegenlieder aus dem Volk, Mit eingeklebten Bildtafeln (Ialienisch), Frankfurt am Main: Insel-Verlag, 1978

in der Ausstellung als “wilde Frau” bezeichnet. Im Folgenden das betreffende Bildzitat:

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Ein Buchillustration von Anita Albus

Ich weiß nichts über die Entstehung dieses Bildes, ganz sicher hat sich die Künstlerin von bestimmten (traditionellen) Vorbildern anregen lassen. Die Bezeichnung “wilde Frau” ist irreführend. Denn hier wird — wissenschaftshistorisch betrachtet — die Göttin Natura mit der Gottesmutter Maria (Madonna) verschmolzen. Die nackte Frau hat nichts mit “Wildheit” zu tun, sondern mit der Personifikation der Natur als weibliches Wesen, inmitten der irdischen Welt  mit ihren Tieren und Pflanzen. Sie sitzt vor der göttlichen Sonne, die sich im Wasser spiegelt, wobei die Sonne interessanterweise tiefer steht als der Kopf der Frau. Über den emblematischen Gehalt des Bildes ließe sich wahrscheinlich noch einiges mehr herausfinden.

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Anmerkung zu 35. Kap./1 * (Kosmische Begattung) — Der Schoß der Natur

Dieser Beitrag bezieht sich auf mein Magic of Natur Blog, siehe hier und hier.

Am 6. Januar 2017 besuchte ich die Ausstellung “Hinterm Vorhang” im Düsseldorfer Kunstpalast. Mir fiel das Bild einer Frau vor einem Riesenvorhang auf. Dieser erinnert an eine weiblichen Schamgegend mit Vulva, vor der eine junge nackte Frau posiert — eine Natura ?

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Markus Schinwald: Untitled #VII, 2015

Bildquelle online

Anmerkung zu 40.Kap./4* (Marienbilder mit Anspielungen auf Natura) — Die Heilige Anna als Natura?

Dieser Beitrag bezieht sich auf mein Magic of Nature Blog

Bei einem Beusch des Lutherhauses in Wittenberg am 15. September 2015 fiel mir eine interessante Skulptur auf. Leider waren die Lichtverhältnisse aus konservatorischen Gründen schlecht und Blitzlicht nicht erlaubt. Immerhin erkennt man auf meinen Fotos das Wesentliche: Die Heilige Anna hält ihre kindliche Tochter Maria im Arm. Die Konfiguration entspricht herkömmlichen Madonnen-Bildnissen. Nähere Angaben zur Skulptur sind mir leider nicht verfügbar. (Fotos: Heinz Schott, 2015)

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Man kann nur spekulieren: Übernimmt hier nicht die Heilige Anna die Rolle der göttlichen Natura? Zumindest liegt eine solche Analogie nahe, wenn wir ein Abbildung in Betracht ziehen, auf der Maria explizit auf dem Schoß der göttlichen Natura sitzt. Siehe den betreffenden Beitrag in meinem Magic of Natur Blog.

Hier die betreffende Seite mit Abbildung aus der Printausgabe meines Buches “Magie der Natur …” (2014), Teil 2, Seite 267.

Die Heilige Anna und Maria werden auch auf einer byzantinischen Ikone in Madonna-Konfiguration gebildet.

Anmerkung zu 36. Kap./2 * (Embleme der Natur) — Miss Expanding Universe

Der Beitrag bezieht sich auf meinen Magic of Nature Blog:

http://heinzschott.wordpress.com/2013/06/20/36-kap-2-embleme-der-natur/

Bei meinem Besuch des Art Museum Chicago Anfang November 2014 fiel mir die Skulptur “Miss Expanding Universe” von Isamo Noguchi (1932) auf. Die Figur erscheint weiblich – nach Form und Namen (“Miss”) – als schwebender Engel. Inwieweit sie mit der Figur der Sophia und damit auch der Natura als Medium zwischen Göttlichem und Irdisschem in Verbindung gebracht werden kann, sei dahingestellt. Der Titel verweist auf jeden Fall auf eine kosmische Dimentsion, die eine solche naturphilosophische (oder auch theosophische) Interpretation nahelegt. Die unten wiedergegebene Beschreibung: “he combined machine-age streamlining with characteristics of ancient Japanese funerary sculpture (haniwa)” erscheint mir prima vista ziemlich fragwürdig.

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Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/mark6mauno/11124311423/

Die folgende Beschreibung ist von dieser Quelle übernommen:

Isamu Noguchi, American, 1904-1988: Miss Expanding Universe, 1932.  Aluminum, 113.9 x 88.6 x 15.2 cm

Born in the United States, Isamu Noguchi lived in Japan until he was 13 year old and was deeply affected by Japanese art and culture. In 1930 the artist returned to Japan to study its sculptural traditions and ceramics. Miss Expanding Universe was the first sculpture Noguchi made upon his return to the United States in 1932. In this work, he combined machine-age streamlining with characteristics of ancient Japanese funerary sculpture (haniwa). Later the same year, Noguchi transformed this flowing form into a sacklike costume for the pioneering dancer and choreographer Ruth Page and her ballet Expanding Universe.

Anmerkung zu 11. Kap./3 * (Im Tempel der Isis-Natura) — Eine weitere Natura-Skulptur aus dem 19. Jahrhundert

Der Beitrag bezieht sich auf meinen Magic of Nature Blog:

http://heinzschott.wordpress.com/2013/06/01/10-kap-3-im-tempel-der-isis-natura/

Bei einem Besuch des Art Institute Chicago (AIC) fiel mir diese Skulptur auf, die den Titel “Twilight” trägt und vom uS-amerikanischen Bildhauer Olin levi Warner 18778 geschaffen wurde. Sie erinnert mich sehr stark an die des französischen Bildhauers Louis Ernest Barrias: “La Nature se dévoilant avant la Science” (1899).

twilight aic

Quelle: https://www.flickr.com/photos/unforth/4224111598/

Ein weiteres Exemplar steht im Metropolitan Museum New York:

twilight metrop

Quelle: https://www.flickr.com/photos/peterjr1961/6697291107/

Zum Vergleich die Skulptur von Barrias, die in der Printausgabe von “Magie der Natur” reproduziert ist (Teil1, S. 254):

Abb. Barrias 1899 free

Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Barrias_La_Nature_se_d%C3%A9voilant.jpg

Während Warner es noch offenlässt, inweiweit sich die Frau (Natur) verhüllt oder enthüllt, ist bei Barrias der Akt der Selbstenthüllung deutlich dargestellt.

Anmerkung zu # 40. Kap. (Maria – Natura: Bilder einer Mischperson) — Beispiel einer modernen Überblendung in der Kunst

Diese Anmerkung bezieht sich auf meinen Magic of Nature Blog:

http://heinzschott.wordpress.com/2013/08/23/40-maria-natura-bilder-einer-mischperson/

Im Art Institute von Chicago, das ich am 9. November 2014 besuchte, fiel mir das Gemälde “Annunciation” (1887) von George Hitchcock auf. Diese ganz ungewöhnliche Darstellung von Mariä Verkündigung kommt dadurch zustande, dass eine Natura inmitten eines Blumenfelds  gezeigt wird, wobei nur der Heiligenschein und der Titel des Gemäldes auf Maria verweisen. Wie der Maler auf die Idee einer solchen Überblendung gekommen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Sein Gemälde passt sehr schön zu entsprechenden Bildnissen des Jugendstils.

From Wikimedia Commons, the free media repository

George_Hitchcock-Annunciation

Anmerkung zu 42.Kap./2 * Fortuna und Natura

Diese Anmerkung bezieht sich auf folgendens Unterkapitel im Magic of Nature Blog:

http://heinzschott.wordpress.com/2013/08/23/42-kap-2-fortuna-und-natura/

Das Gemälde “‘Glück” (1546) des florentinischen Malers Angelo Bronzino zeigt mustergültig die ikonographische Verschmelzung von Glück, Natura und Maria. Der Hermesstab (caduceus) verweist zudem auf die griechische Götterbotin Iris und die römische Glücksgöttin Felicitas. Sie fungiert insofern als ein Medium zwischen Himmel und Erde, Gott und Mensch.

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Die mit folgendem Link angezeigte Bildbesprechung spart die naturphilosophischen und kosmologischen Dimensionen aus, die gerade hier deutlich werden:

http://hexentanz.net/forum/index.php?page=Thread&threadID=2557 (4.08.2014)