Anmerkung zu 40.Kap./2* (Menschliche Madonna) — Die angeblich “wilde Frau” von Anita Albus

Dieser Beitrag bezieht sich auf mein Magic of Nature Blog.

Am 8. August 2017 besuchte ich die Kieler Kunsthalle. Dort sah ich mir die sehr eindrucksvolle Sonderausstellung “Anita Albus: Die Kunst zu sehen” an. Ein Bild viel mir besonders auf: Eine Illustration zu ihrem Buch

Eia popeia et cetera, Eine Sammlung alter Wiegenlieder aus dem Volk, Mit eingeklebten Bildtafeln (Ialienisch), Frankfurt am Main: Insel-Verlag, 1978

in der Ausstellung als “wilde Frau” bezeichnet. Im Folgenden das betreffende Bildzitat:

wilde frau.jpg

Ein Buchillustration von Anita Albus

Ich weiß nichts über die Entstehung dieses Bildes, ganz sicher hat sich die Künstlerin von bestimmten (traditionellen) Vorbildern anregen lassen. Die Bezeichnung “wilde Frau” ist irreführend. Denn hier wird — wissenschaftshistorisch betrachtet — die Göttin Natura mit der Gottesmutter Maria (Madonna) verschmolzen. Die nackte Frau hat nichts mit “Wildheit” zu tun, sondern mit der Personifikation der Natur als weibliches Wesen, inmitten der irdischen Welt  mit ihren Tieren und Pflanzen. Sie sitzt vor der göttlichen Sonne, die sich im Wasser spiegelt, wobei die Sonne interessanterweise tiefer steht als der Kopf der Frau. Über den emblematischen Gehalt des Bildes ließe sich wahrscheinlich noch einiges mehr herausfinden.

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Anmerkung zu # 40. Kap. (Maria – Natura: Bilder einer Mischperson) — Beispiel einer modernen Überblendung in der Kunst

Diese Anmerkung bezieht sich auf meinen Magic of Nature Blog:

http://heinzschott.wordpress.com/2013/08/23/40-maria-natura-bilder-einer-mischperson/

Im Art Institute von Chicago, das ich am 9. November 2014 besuchte, fiel mir das Gemälde “Annunciation” (1887) von George Hitchcock auf. Diese ganz ungewöhnliche Darstellung von Mariä Verkündigung kommt dadurch zustande, dass eine Natura inmitten eines Blumenfelds  gezeigt wird, wobei nur der Heiligenschein und der Titel des Gemäldes auf Maria verweisen. Wie der Maler auf die Idee einer solchen Überblendung gekommen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Sein Gemälde passt sehr schön zu entsprechenden Bildnissen des Jugendstils.

From Wikimedia Commons, the free media repository

George_Hitchcock-Annunciation

Anmerkung zu 42.Kap./2 * Fortuna und Natura

Diese Anmerkung bezieht sich auf folgendens Unterkapitel im Magic of Nature Blog:

http://heinzschott.wordpress.com/2013/08/23/42-kap-2-fortuna-und-natura/

Das Gemälde “‘Glück” (1546) des florentinischen Malers Angelo Bronzino zeigt mustergültig die ikonographische Verschmelzung von Glück, Natura und Maria. Der Hermesstab (caduceus) verweist zudem auf die griechische Götterbotin Iris und die römische Glücksgöttin Felicitas. Sie fungiert insofern als ein Medium zwischen Himmel und Erde, Gott und Mensch.

465px-Angelo_Bronzino_-_Allegorie_Des_Glücks

Die mit folgendem Link angezeigte Bildbesprechung spart die naturphilosophischen und kosmologischen Dimensionen aus, die gerade hier deutlich werden:

http://hexentanz.net/forum/index.php?page=Thread&threadID=2557 (4.08.2014)