Anmerkung zu 24. Kap./2 * („Heilsame Krisen“ durch magnetische „Mittheilung“) — Mitteilung des Lebensfeuers in einer Erzählung von Tolstoi

Dieser Beitrag bezieht sich auf mein Magic of Nature Blog.

Kürzlich las ich Leo Tolstois Erzählung “Herr und Knecht” (1895). Eine Stelle hat mich besonders an unsere Thematik erinnert: Dort, wo sich während eines Schneesturms der egozentrische Herr entschließt, seinen Knecht vor dem Erfrieren zu retten, indem er ihn mit seinem eigenen Körper bedeckt und sich somit für ihn opfert.

“Nachdem er den ganzen Schnee hinausgeworfen hatte, band er hastig den Gürtel ab, machte den Pelz auf, gab Nikita [dem Knecht] einen Schub und legte sich auf ihn, indem er ihn nicht nur mit seinem Pelz, sondern mit seinem ganzen warmen, erhitzten Körper zudeckte. Mit den Händen stopfte er die Schöße des Pelzes zwischen die Schlittenwand und Nikita und hielt die Enden mit den Knien fest. So lag er auf dem Bauch da […].”

“Er weiß, daß dies der Tod ist, aber das macht ihm das Herz nicht schwer. Er denkt daran, daß Nikita unter ihm liegt, daß er warm ist und lebendig, und ihm scheint, als sei er Nikita und Nikita er, und als befände sich sein Leben nicht in ihm, sondern in Nikita.”

Aus: Leo Tolstoi: Herr und Knecht (1895), in: Leo N. Tolstoi: Die Erzählungen. Neu hg. von Barbara Conrad. Bd. 2. Düsseldorf; Zürich: Artemis & Winkler, 2001, S. 275-332; hier S. 326 f. bzw. S. 329.

 

 

 

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