Anmerkung zu 14. Kap./4 * (Natura in der Maschinenwelt) — Orgellippen und Schamlippen, ein erotisches Graffito

Diese Betirag bezieht sich auf mein Magic of Nature Blog.

Graffito an der Hauswand der Orgelbau-Werkstatt Klais in Bonn (Kölnstraße 148). Die beiden Graffiti-Künstler Aryz (oder Ariz) und Sagüe aus Barcelona haben es zum 125-jährigen Bestehen des Familienunternehmens im Jahr 2007 geschaffen.

Der obige Link führt zu einem Zeitungsartikel, der ein Foto der Gesamtansicht des Graffito zeigt. Im folgenden einige Details:

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Fotos: H. Schott (2015)

Die erotische Symbolik ist unverkennbar. Die Lippen der Orgelpfeifen (hier Lippenpfeifen) umranden Münder, die alle Zähne aufweisen. Ein solcher Mund ähnelt, um 90 Grad gedreht, einer Vulva. Die Schamlippen sind gespreizt und geben Einblick in die hinter den Zahnreihen sich öffnenden Vagina. Dies Bildkomposition lässt unwillikürlich an den Terminus Vagina dentata denken. Hier die um 90 Grad nach links gedrehte Ansicht:

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Der Film Penetration Angst (2003) thematisiert den Mythos von der Männer verschlingenden Vagina dentata, ebenso wie der Film Teeth (2007).

Selbstverständlich ist dieses karikaturhafte Graffito mehrdeutig. Die Pfeifenöffnung kann sozusagen auch ganz harnlos als Mund betrachtet werden, aus dem die Töne hervorkommen. Diese Münder drücken jedoch eine erotische Kraft aus, die aus männlicher Sicht (möglicherweise) zum Cunnilingus einladen und zugleich vor ihm wegen der Zähne zurückschrecken lassen. Zugleich stellen diese Münder aus meiner Sicht in verschleierter Form Vaginen dar.

Wenngleich es keine Vagina dentata im buchstäblichen Sinn gibt, so existiert heute gleichwohl eine entsprechende künstliche Apparatur (der Firma Rape-aXe in Südafrika) zur Abwehr von männlichen Vergewaltigern. Sie werden in die Vagina eingelegt und haben Widerhaken, die sich in die Haut einkrallen und den penetrierenden Penis nicht mehr freigeben, sodass dieser dann in einem Krankenhaus freigelgt werden muss.

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