Anmerkung zu 49. Kap./7 * (Karezza für die Sexualreform) — Karezza in Gesundheitsratgebern heute

Dieser Beitrag bezieht sich auf meine Magic of Nature Blog.

Das Thema „Karezza“ taucht heute in der in der Literaturgattung der Gesundheitsratgeber punktuell auf und spielt auf dem Feld des alternativen Gesundheitsmarkts eine gewisse Rolle. Hier interessieren sich Naturheilpraktiker sowie mehr oder weniger esoterische Psychotherapeuten für diese Sexualpraktik, während sie in Sexualwissenschaft und Sexualmedizin nach wie vor außer Betracht bleibt. Als Beispiel sei hier eine kleine Schrift der „Heilpraktikerin für Psychotherapie“ Carmen Reiss genannt: „Biologie I − Die Biologie der Trennung. Warum wir uns entlieben und wie man verliebt bleibt“ (Noderstedt: Books on demand, 2011). Die praktischen Ratschläge sind schön und gut, ihre wissenschaftliche Legitimierung durch die auch auf Tierversuchen beruhenden „neuesten“ Forschungsergebnisse der Neurowissenschaft und Biochemie (Dopamin; Oxytocin) Immunbiologie ist nicht zwingend notwendig (und wissenschaftstheoretisch sicher naiv). Die historische Rückbesinnung auf die Karezza-Methode und ihre ideengeschichtlichen Wurzeln fehlt, sehen wir einmal ab von den Zitaten aus William Lloyds „Karezza-Liebe“ (1930) und die Berufung auf die rezente Schrift von Marnia Robinson „Das Gift an Amors Pfeil“. In ihrer praktischen Stoßrichtung allerdings wird Carmen Reiss der dem Kern der Karezza-Idee tatsächlich gerecht. Merkwürdig nur, dass diese so wenig in der medizinischen bzw. psychologischen Fachliteratur, in der Belletristik oder auch in den Main Stream Medien (MSM) diskutiert wird.

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