Anmerkung zu 39. Kap./1 * (Verehrung der „Gottheits-Amme“) – Die Madonna im Dom zu Speyer

Dieser Beitrag bezieht sich auf mein Magic of Natur Blog.

Am 19. Sempember besuchte ich den Speyerer Dom. Die dortige Madonna ist eine Nachbildung einer früheren gotischen Figur aus der Zeit um 1300, die von französischen Revolutionären im Januar 1794 bei der Plünderung des Doms verbrannt wurde. Diese Nachbildung des Speyerer Gnadenbilds (Patrona Spirensis), eine gotische Figur, wurde 1930 geschaffen. Im Sockel ist die Inschrift zu lesen: SALVE REGINA.

Durch das Hauptschiff ist der Schluss des Salve Regina-Gebets auf vier Steinplatten eingelassen zu lesen, die man nacheinander beschreitet, wenn man auf den Chorraum und die Madonna zugeht.  .

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(Fotos: Heinz Schott, 2014)

Die ursprüngliche Madonna, eine sitzende romanische Marientfigur, die dann durch die stehende gotische ersetzt wurde, gehörte der Legende nach zu den sprechenden Marienbildnissen. Bei seinem Eintritt in das Münster sei Bernhard von Clairvaux an Weihnachten 1146  vom alten Bild in fränkischer Sprache begrüßt worden:

Ben venia, mi fra Bernarde!
„Willkommen, Bruder Bernhard!“

Darauf habe dieser erwidert

Grand merci, mi Domina!
„Vielen Dank, meine Herrin!“

Nach der Speyerer Chronik Wilhelm Eysengreins (1563) habe Bernhard, vor dem Madonnenbild kniend, das Salve Regina gesungen, worauf das Marienbild vernehmbar Bernhards „Erscheinen als Gott willkommen“ bezeichnet habe. Der Heilige aber, über die Stimme entsetzt, habe folgendes Wort des Apostels Paulus gerufen:

Mulier taceat in ecclesia!
Die Frau schweige in der Gemeinde!“
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