Anmerkung zu # Prolog/1 (Magie – Reiligon – Wissenschaft): Rote Korallen in den Händen der Natur

In einem alchemistischen Rezeptbuch um 1600, einer Handschrift, die in der Herzog August Bibliothek vorhanden ist (Sign. Cod. Guelf. 340 Helmst., Bl. 122 r) findet sich die wunderschöne Abbildung “Rotte Corallen”. Sie ist im Katalog “Goldenes Wissen. Die Alchemie – Substanz, Synthesen, Symbolik” (HAB Wolfenbüttel, 2014, S. 308 f.) wiedergegeben und erklärt. Im Zusammenhang des Rezeptbuchs wird eine Rezeptur zur Herstellung einer Tinktur mit roten Korallen angegeben, die spirituell-magische Kraft, von der Paracelsus ausging, spielt hier offenbar keine Rolle.

Die Frau hält nicht nur die Korallen, sie personifiziert auch selbst deren Heilkraft als Natura – so würde ich dieses Bild verstehen. Ein wichtiges Detail ist zu beachten: Ihr rechtes Bein ist mit dem Naturgestein eins, aus dem Korallen sprießen. Diese Frau entspringt direkt aus der Natur, sie ist quasi aus ihr herauspräpariert wie eine Statue aus einem Marmorblock. Sie hat nicht nur Korallen, sie ist Koralle. 

Das Bild ist über folgenden Link abrufbar:

https://drive.google.com/file/d/0ByekXtB9kRIyeGE4NzhrbkNNWkE/edit?usp=sharing

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